08.03.2019

Bitte keine Folien-Tüten in den Biomüll!

Biofolien-Tüten werden zum Problem im Biomüll - Besser Papier nutzen!

Keine Biofolien-Tüten für biologisch abbaubare Materialien in die Biotonne

Seit vielen Jahren werden im Einzelhandel„ Biofolien-Tüten“ für die Bioabfall-Sammlung verkauft mit dem Hinweis, dass diese über die Biotonnen entsorgt werden können. Aktuell sind Kaffee- und Teekapseln für das Nespresso-System hinzugekommen.
Auf den Verpackungen wird die DIN EN 13432 für biologisch abbaubare Materialien zitiert und dazu aufgefordert, sich zunächst beim lokalen Entsorger darüber zu informieren, ob diese Produkte in die Biotonnen gegeben werden können.

Die Euro-Norm EN 13432 legt fest, wieweit sich diese Materialien zersetzen und kompostierbar seien müssen. Für ihre Herstellung wird biologisch abbaubarer Polyester verwandt, gemischt mit Maisstärke, Zellulose und synthetisch hergestellter Polymilchsäure. Die Norm fordert eine Zersetzung von 90 Prozent der Materialien in Bestandteile, die kleiner als zwei Millimeter sind, binnen zwölf Wochen.

Diese Norm stammt aus dem Jahr 2000 und ist inzwischen aufgrund der technischen Entwicklungen der industriellen Kompostierung nicht mehr relevant, da die durchschnittliche Rottezeit derzeit bei nur sechs bis acht Wochen liegt. Schon in der Vergangenheit mussten alle Folien-Tüten, teils händisch, aussortiert werden, da sie in verschmutztem Zustand optisch nicht von Kunststoff-Tüten zu unterscheiden sind. Heute werden sie meist schon vor der Kompostierung über sogenannte Windsichter abgeschieden und entsorgt, um die Qualität des Kompostendproduktes nicht zu gefährden. Weil sie kaum vergären, sind sie auch in Biogasanlagen unerwünscht.

Die Entsorgung dieser Materialien über die Biotonne ist also für die Entsorger mit zusätzlichem Aufwand und Kosten verbunden.  

Papier nutzen

Wir empfehlen daher bei der Entsorgung von biologisch abbaubaren Abfällen über die Biotonne die Verwendung von Papier. Die kompostierbaren Abfälle können z. B. in Zeitungen eingeschlagen werden. Zeitungen oder Papier-Tüten empfehlen sich auch für das Auskleiden von Vorsortier-Gefäßen in der Küche.

Ökologische Bewertung

Das Bundesumweltamt sieht den massenhaften Einsatz von kompostierbaren Öko-Tüten schon länger kritisch. „Biologisch abbaubare Kunststoffe für Verpackungen, die aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt werden, haben keinen ökologischen Vorteil“ so Michael Angrik, Leiter des Fachbereichs Kreislaufwirtschaft. (Quelle: Die Welt vom 2. März 2014 –„Die große Lüge von der kompostierbaren Öko-Tüte“) 

Diese Sichtweise wird geteilt vom Verband der Humus- und Erdenwirtschaft, der Deutschen Umwelthilfe, BUND, NABU und vielen Entsorgern.  

Kritisiert wird auch der hohe Anteil an Maisstärke. Der verstärkte Maisanbau verschlingt in Deutschland immer mehr Flächen. Als Monokultur schränkt er die Artenvielfalt ein, benötigt viel Dünger und Pestizide und der Boden wird bei der Ernte verdichtet. 

Weitere Infos zur Kompostierung und zum Biomüll erhalten Sie bei unserem Kundenservice unter (0231) 9111.111. Wir bieten Ihnen auch Papier-Biotüten zum Kauf an (50 Stück / 4€). Sie können diese im Kundenbüro am Sunderweg und an den sechs Dortmunder Recyclinghöfen erwerben.

Text: EDG Kundenservice
Fotos: EDG

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